Wir werden nicht die Verliererinnen der Krise sein

Krise verschärft Ungleichheiten

(11.06.2020)

Viele berufsttige Eltern mssen fr die Kinderbetreuung bei Schlieung der Kitas und Schulen in der Krise ihre Arbeitszeiten reduzieren. Diese Vernderung hat groe Auswirkungen auf das Familienleben. Bei vielen Familien machen sich finanzielle Sorgen und Nte breit. Familien, die groe Verluste erleiden, brauchen daher bessere Untersttzung. Vielen Eltern wre damit geholfen, wenn Kitas und Schulen wieder ganz geffnet wren. Dabei darf natrlich die Gesundheit der Kinder nicht gefhrdet werden.

Die Vereinbarkeitsprobleme durch die geschlossenen Kitas und Schulen werden berwiegend von Frauen gelst, so Melanie Specken, Vorsitzende des Ortsfrauenausschusses der IG Metall Emden. Erste Studienergebnisse zeigen, dass sich in der Corona-Pandemie bestehende Ungleichheiten zwischen Frauen und Mnnern, aber auch zwischen Eltern und kinderlosen Paaren verschrfen.

Frauen verbringen generell viel Zeit mit Familien und Hausarbeit. Dadurch bleibt ihnen weniger, manchmal gar keine Zeit fr Erwerbsarbeit, zur Aus- und Fortbildung und sie verfgen deshalb ber weniger oder kein eigenes Einkommen. Es sind immer noch vor allem Frauen, die Arbeitszeit im Beruf reduzieren, um Kinder zu betreuen. Die wirtschaftliche Abhngigkeit nimmt zu, alte Rollenbilder verstrken sich wieder.



Ungleiche Reprsentation von Frauen und Mnnern in Fhrungspositionen, ungleiche Bezahlung, ja selbst bei gleicher Ttigkeit und Qualifikation, so Franka Helmerichs, IG Metall Emden. Diese Unterschiede waren schon vor der Krise da, jetzt laufen wir Gefahr, dass sie weiter vergrert werden. In der "Rush Hour" des Lebens, in der wichtige Entscheidungen wie Partnerschaft, Beruf und Familiengrndung getroffen werden, bernehmen Frauen mehr als das Doppelte an gesellschaftlich notwendiger, unbezahlter Care-Arbeit im Vergleich zu Mnnern.

Fr die IG Metall steht fest, die Haus-und Familienarbeit muss gerecht aufgeteilt werden. Dafr braucht es geeignete Untersttzungsmanahmen. Systemrelevante Berufe, in denen berwiegend Frauen arbeiten, mssen besser bezahlt werden. Ein weiteres Instrument sind spezielle Frderprogramme, damit Frauen gleiche Chancen auf Fhrungspositionen erhalten.
Die Geschlechterquote ist ein Instrument, um die Unternehmen dazu zu bewegen, Frauenfrderung auf allen Ebenen konsequent mitzudenken. Das steigert den wirtschaftlichen Gesamterfolg und ist eine Frage der Gerechtigkeit", sagt Helmerichs.



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